Sonntag, 16. August 2009

Macau: Seit zehn Jahren bei China

Seit zehn Jahren ist die ehemalige portugiesische Kolonie Macau ein
mit weitgehender Autonomie ausgestattetes Sonderverwaltungsgebiet der
Volksrepublik China. Nach rund 450 Jahren portugiesischer Anwesenheit
hat Macau seit Dezember 1999 diesen Status erhalten. Doch das
einmalige historische Erbe mit der Mischung der beiden Kulturen hat
sich Macau bis heute erhalten. Und darauf ist man sehr stolz. Während
in Taipa die großen Casinos wie Pilze aus dem Boden sprießen, gibt man
sich in der Altstadt dem mediterranen Flair hin. Um den Besuchern das
UNESCO-Weltkulturerbe nahe zu bringen, bietet das Macau Government
Tourist Office http://www.macautourism.gov.mo gratis geführte Touren
an. Der englischsprachige Rundgang umfasst das Gebiet rund um den
Senatsplatz einschließlich der St. Pauls-Kathedrale, dem Wahrzeichen
der Stadt, von der heute nur noch die Fassade erhalten ist.

"Macau bietet Gästen eine interessante Vielfalt an
Sehenswürdigkeiten", meint Alfredo Augusto da Rosa vom Macau
Government Tourist Office gegenüber pressetext. Es lohne sich hier ein
paar Tage zu verbringen, um sich diese einzigartige Mischung an
Architektur genauer anzusehen. Vor allem in der verwinkelten Altstadt
gibt es einige sehr sehenswerte Gebäude und Plätze. "Im Herzen von
Macaus Altstadt steht die großartige Steinfassade der St.
Pauls-Kathedrale, auf der die Geschichte der Christianisierung Asiens
dargestellt ist. Sie ist zusammen mit der großen Treppe alles, was von
der ersten Kirche und dem Kolleg der Jesuiten in China übrig blieb",
erklärt da Rosa. Die Kirche wurde nach Entwürfen eines italienischen
Jesuiten Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut und fiel 1835 einem
Großbrand zum Opfer. Unweit von St. Paul erstreckt sich Macaus
Senatsplatz, der bereits seit Jahrhunderten als zentraler Treffpunkt
der Einwohner dient. "Auch hier sind die Pflastersteine Zeugnis für
die einstige Kolonialmacht", erklärt der Experte. Am einen Ende des
Platzes liegt das ehemalige Senatsgebäude, gegenüber das Heilige Haus
der Gnade aus dem 16. Jahrhundert und am äußersten Ende steht die
Barock-Kirche St. Dominik.

Die portugiesische Vergangenheit schlägt sich aber nicht nur in der
Architektur durch. "Die Portugiesen haben auch in der Macau-Küche
einen deutlichen Fußabdruck hinterlassen", so da Rosa. Dass man die
Weine Portugals hier kostengünstig erhält, ist nur ein Hinweis darauf,
dass es sich um eine ehemalige Kolonie handelt." Sardinen, Eintöpfe,
Weißbrot und köstliche Pasteis da Nata gehören ebenso zur
makanesischen Küche wie Chili Crab oder verschiedene chinesische
Köstlichkeiten. "Erst vor kurzem hatten wir eine Briefmarkenausgabe
gemeinsam mit Singapur, bei der diese Mischung verschiedener
Küchentraditionen thematisiert wurde", erzählt da Rosa. Zu den großen
Spezialitätenlokalen der makanesischen Küche gehören das A Lorcha nahe
des A-Ma Tempels, das Restaurante Litoral
http://www.restaurante-litoral.com und das vom Michelin prämierte
Antonio http://www.antoniomacau.com .

Macau hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der Boomtown Asiens
entwickelt. Die neuen Mega-Casinos - allen voran das Venetian, das
übrigens nach dem Blumenauktionshaus in Aalsmeer und dem Pentagon in
Washington das drittgrößte Gebäude der Welt ist - prägen die neue
Skyline. Großzügig angelegt, mit facettenreicher Architektur - wie
etwa der Turm des neuen Lisboa-Casinos, der einer Lotusblüte
nachempfunden ist - kommen Spieler in den Hallen voll auf ihre
Rechnung. Auch Shopping wird groß geschrieben. An den künstlichen
Kanälen des Venetian befinden sich rund 350 Geschäfte. Aber auch in
der Altstadt gibt es zahlreiche Boutiquen und Läden, die zu günstigen
Preisen Waren anbieten.

Macau liegt an der Südostküste der Volksrepublik China, am Ufer des
Perlflusses. Es grenzt an die chinesische Provinz Guangdong und ist
145 Kilometer von dessen Hauptstadt Guangzhou (Kanton) und 70
Kilometer von Hongkong entfernt.

Montag, 13. Juli 2009

Schiffs-Ballastwassertanks bringen unerwünschte Eindringlinge

WWF warnt vor weltweiter Invasion fremder Tierarten

Rippenquallen sind mit Ballastwasser gekommen (Foto: Erling Svensen/WWF-Canon)
Wien/London - In Ballastwassertanks von Schiffen werden unzählige Meerestiere kreuz und quer über Kontinente transportiert. In der jüngsten WWF-Studie "Silent Invasion" http://www.wwf.at wird wieder einmal auf die Gefahr dieser Invasoren hingewiesen. Nach dem Ablassen des Abwassers finden die eingeschleppten Tiere ihrer neuen Heimat nahezu paradiesische Zustände vor. Die Störung des ökologischen Gleichgewichts ist vorprogrammiert. Die Folge sind Schäden in Milliardenhöhe für die Fischereiindustrie, die Küstenanrainer und die Infrastruktur.

"Um die 7.000 Arten von Meeres- und Küstentieren reisen in den Wassertanks über die Ozeane der Welt. Bereits in 84 Prozent der weltweiten marinen Ökosysteme wurden invasive, dort nicht heimische, Arten gefunden", fasst WWF-Meeresbiologe Georg Scattolin im pressetext-Gespräch das Studienergebnis zusammen. "Es gibt zwar internationale Abkommen, die Regeln über das Ablassen von Ballastwasser vorsehen. Diese wurden allerdings nicht von allen Staaten ratifiziert." Während eines Treffens von Delegierten der International Maritime Organisation (IMO), bei dem umweltpolitische Aspekte der Schifffahrt besprochen wurden, veröffentlichte der WWF den Bericht, in dem 24 Fälle innerhalb der vergangenen fünf Jahre aufgelistet sind, in denen unzählige Meeresarten durch Ballastwässer in fremde Gebiete eingeschleppt oder verbreitet wurden.

"Ein Beispiel ist etwa die Nordamerikanische Rippenqualle, die in den 1990ern nahezu die gesamte Sardellen- und Sprottenpopulation im Schwarzen Meer ausgelöscht hat", so Scattolin. "Ein anderes Beispiel ist die Grüne Strandkrabbe, die von Europa an beide Küsten Amerikas, Asiens und Australien gekommen ist", so Peter C. Dworschak Kurator der Krustentier-Sammlung im Wiener Naturhistorischen Museum http://www.nhm-wien.ac.at gegenüber pressetext. "Eine andere sehr invasive Spezies ist die Chinesische Wollhandkrabbe, die inzwischen auf beiden Seiten des Nordatlantiks vorkommt." Dem WWF-Bericht zufolge hat die Wollhandkrabbe, deren Larven freischwimmend im Meer leben, alleine in Deutschland Flussufer, Fischereiausrüstung und industrielle Infrastruktur im Schätzwert von 80 Mio. Euro zerstört. "In Österreich ist es in den vergangenen Jahren zur Ansiedlung von Schwarzmeergrundeln in der Donau und sogar im Entlastungsgerinne in Wien gekommen", erklärt Scattolin. Diese Fische haben negative Auswirkungen auf die heimischen Arten.

Dienstag, 7. Juli 2009

Kinderhandel unterbinden und aufklären

Viele Kinder, auch und gerade in Europa, verschwinden irgendwohin, ohne dass ihr Schicksal je geklärt wird! Initiative gegen Kinderhandel und Ausbeutung. Im Kampf gegen die sexuelle Versklavung von Kindern und jungen Frauen spielen Somaly Mam und ihre Mitstreiter eine wesentliche Rolle. Es gibt so viele Personen, Initiativen und Organisationen, die es verdient hätten, mit dem Roland Berger Preis für Menschenwürde
ausgezeichnet zu werden. Stellvertretend für sie alle bezeugt Somaly Mam den Mut und die Unerschrockenheit, mit der Menschen weltweit dafür kämpfen, dass Menschenwürde und Menschenrechte geachtet, gefördert und geschützt werden.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Simbabwe: Österreichische Rotkreuz-Mitarbeiter fliegen ins Choleragebiet

Trinkwasserspezialisten aus Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich
und der Steiermark helfen im südlichen Afrika

Wien/Harare (Rotes Kreuz) - Die Situation in Simbabwe spitzt sich
weiter zu. Mehr als 16.700 Menschen sind an Cholera erkrankt, über
800 bereits daran gestorben. Die Dunkelziffer dürfte weit darüber
liegen, da sich Kranke noch nicht in ärztliche Behandlung begeben
konnten und somit nicht registriert sind. Mit Beginn der Regenzeit
verschärft sich die Lage täglich, eine weitere massive Ausbreitung
wird befürchtet.
Es der österreichische Rotkreuz-Mitarbeiter
Wolfgang Stöckl ins Choleragebiet. Der 48jährige Chemiker aus
Oberösterreich bereitet den Einsatz von
Trinkwasseraufbereitungsanlagen vor. "Sauberes Wasser ist eine
dringende Notwendigkeit in der jetzigen Situation", sagt Stöckl. "Nur
dadurch kann verhindert werden, dass sich die Cholera weiter
ausbreitet. Darüber hinaus haben all jene, die bereits erkrankt sind,
einen stark erhöhten Flüssigkeitsbedarf."
Mitte nächster Woche machen sind drei weitere österreichische
Rotkreuz-Helfer gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland auf den Weg
nach Simbabwe. Mit an Bord haben sie eine
Trinkwasseraufbereitungsanlage, die täglich 600.000 Liter sauberes
Wasser produziert. Damit können 40.000 Menschen versorgt werden. Zu
der Aufgabe der Rotkreuz-Mitarbeiter gehört auch die Verteilung des
Wassers. Durch ihre Hilfe soll die Versorgung der Hauptstadt Harare
sichergestellt werden.